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Erzeugung von Postscript und PDF aus (La)TeX
TeX und LaTeX
TeX ist ein Programm für die professionelle Vorbereitung von komplexen Publikationen, die besonders für die Formatierung von mathematischen Formeln und die Präsentation zweidimensionaler von Tabellen geeignet ist. Mit dem Macro-Paket LaTeX, das als "Front-end" für TeX dient, wird die Erstellung von Artikeln, Forschungsberichten, Dissertationen und Büchern vereinfacht. TeX und LaTeX sind in verschiedenen Editionen für alle gängigen Betriebssysteme verfügbar und können frei von diversen FTP-Servern kopiert werden. Ausführliche Informationen über TeX bzw. LaTeX und die Bedienung und Installation der Software finden Sie z.B. bei DANTE (Deutschsprachige Anwendervereinigung TeX e.V.), auf den TeX Seiten der Uni Köln und insbesondere in den umfangreichen TeX Resources on the Web der TeX Users Group. Eine lange Liste von Links zu (La)TeX wurde von Florian Diesch zusammengestellt. Sehr informativ ist auch der dreiteilige Artikel "Wordlos glücklich - Umstieg auf das Satzsystem TeX" in c't 1999 (Heft 22 S. 228 ff., Heft 23, S. 284 ff. und Heft 24, S.260 ff.).
Erwähnt werden sollen auch das Style-Paket vdf.sty (STY, 12,2 KB) für LaTeX (ursprünglich vom VdF-Verlag Zürich) zur Unterstützung des Layouts sowie die Hinweise (PDF, 57,2 KB) zu seiner Nutzung (19 S., PDF-Datei 59 kB).
... mit Zwischenstufe DVI
Um Ihre Publikation in LaTeX zu erzeugen, müssen Sie sie zuerst in einen Text-Editor eingeben. Danach lassen Sie das Programm latex ablaufen, um zunächst eine DVI-Datei (Device independent format) zu generieren. Diese Datei wird anschließend mit dem Programm dvips in Postscript umgewandelt, und kann dann am Bildschirm betrachtet oder auch auf einem Postscript-fähigen Drucker ausgegeben werden.
Typ-3-Fonts: Bei der Konvertierung gibt es ein Problem mit der Grundeinstellung von dvips hinsichtlich der Zeichensätze. Das Programm benutzt standardmäßig Postscript-Fonts vom Typ 3 (Bitmap-Zeichensätze), die für die Ausgabe auf (hochauflösenden) Postscript-Druckern optimiert sind. Die Bildschirmdarstellung der daraus später erstellten PDF-Dateien ist (im Acrobat Reader bis Version 5) pixelig und sehr schlecht, oft fast unleserlich (Hinweis: solche Dateien besser mit GSview oder Adobe Reader ab Version 6 ansehen). Außerdem werden die PDF-Dateien recht groß und ihr Text kann zudem weder durchsucht noch in Acrobat bearbeitet werden. Um diese Probleme zu beheben, müssen die Typ-3-Fonts beim dvips-Aufruf durch skalierbare und komprimierbare Postscript-Typ-1-Zeichensätze (Outline-Fonts) ersetzt werden, die auch niedrige Auflösungen unterstützen. Einzelheiten dazu sind u.a. in den Artikeln Creating quality Adobe PDF files from TeX with DVIPS von Kendall Whitehouse/EMERGE und Preparing LaTeX documents for the World-Wide Web von ACM TOPLAS sowie in den unten unter "weitere Links" erwähnten Schriften veröffentlicht. Eine nachträgliche Änderung der Bitmap- in Outline-Fonts ist (wenn überhaupt) nur mit großem Aufwand möglich.
Das auf dem hyperTeX-Projekt basierende LaTeX-Paket hyperref von Sebastian Rahtz (vgl. zugehöriges Manual) ermöglicht es, Hypertext-Elemente in der DVI-Datei abzulegen, die automatisch zu entsprechenden Hyperlinks im gewünschten PDF-File umgewandelt werden können.
Die Postscript-Datei kann schließlich mit dem Adobe Acrobat Distiller oder der Ghostscript-Software in das PDF-Format überführt werden.
Alternativ kann mit dem Programm dvipdfm von Mark Wick auch unmittelbar aus dem DVI-File (also ohne vorherige Konvertierung nach Postscript) eine PDF-Datei erzeugt werden. Dabei werden neben PDF-Grafiken auch Grafiken im EPS-, JPG- und PNG-Format direkt verarbeitet (bei Verwendung des graphicx-Paketes von LaTeX).
Direkte Erzeugung von PDF-Dateien aus (La)TeX
Mit dem Programm pdftex (bzw. pdflatex) ist alternativ auch die direkte Erzeugung von PDF aus (La)TeX möglich (d.h. ohne Umweg über DVI und/oder Postscript), sofern das Dokument keine Grafiken mit Ausnahme von PNG-, JPEG-, TIFF- und PDF-Bildern enthält. Abbildungen im EPS-Format können nur mit zusätzlichem Aufwand eingebunden werden (z.B. nach vorheriger Konvertierung in PDF mit dem Tool epstopdf). Ein Vorteil von pdflatex ist auch die automatische Erzeugung von Lesezeichen und Hyperlinks innerhalb des PDF-Dokumentes mit dem hyperref-Paket. Siehe dazu auch den ausführlichen Artikel "TeX akrobatisch" von S.M. Kirsch in der c't 2000 Heft 2, S. 180-187.
Weitere Links
Weitere ausführlichere Informationen zum Thema sind u.a. in folgenden Schriften zu finden:
- Skriptesammlung Informatik RWTH Aachen: ! Wichtige Hinweise zum Erstellen von PS- und PDF-Dokumenten aus LaTeX !
- Konvertierung von LaTeX-Dokumenten in PDF (Uni Göttingen)
- Erstellung von leistungsfähigen PDF-Dokumenten mit LaTeX und den Paketen hyperref sowie thumbpdf (Sascha Beuermann, Uni Hannover)
- LaTeX und Grafik von Sebastian Lohmeier
- Using LaTeX to Create Quality PDF Documents for the World Wide Web (D.P.Story, University of Akron)
- Effective Scientific Electronic Publishing (Markus G. Kuhn, University of Cambridge)